Ratschingstal

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Ratschingstal

Das Ratschingstal in Südtirol ist ein kleines Seitental in den Stubaier Alpen. Am Taleingang liegt die Gilfenklamm mit ihren Marmorfelsen. Der Ratschinger Almenweg verbindet die alpine Landschaft mit urigen, bewirtschafteten Hütten. Kulturell profitiert die Region von der Nähe zu historischen Sehenswürdigkeiten wie Schloss Wolfsthurn und dem nahen Sterzing. Im Winter zieht das Skigebiet Ratschings-Jaufen Wintersportler an.

Das Ratschingstal ist ein ruhiges Tal in den Alpen, nahe von Südtirol in Sterzing. Der Ratschinger Bach zieht sich durch das Tal und bildet mit der Gilfenklamm am Taleingang gleich die spektakulärste Sehenswürdigkeit des Tals. Es nicht so touristisch und klein strukturiert. Die Ortschaften sind ursprünglich und verteilen sich auf Außerratschings mit den Orten Stange und Pardaun und Innerratschings mit den höher gelegenen Ortschaften und Weilern im Talinneren. Hier ist der größte Ort Bichl, wo sich das Skigebiet befindet. Der höchste Berg ist der Ratschinger Weißen mit einer Höhe von 2.822 Metern.

Das Ratschingstal verbindet Südtiroler Berglandschaft mit vielfältigen Freizeitmöglichkeiten und ist dennoch ein authentisches Tal mit entspannter Atmosphäre geblieben. Ein kleines Familenskigebiet, Langlaufloipen und eine Rodelbahn bietet das Tal im Winter. Unzählige Almhütten, idyllische Almwiesen und ruhige Bergwanderungen bietet dir das Ratschingstal im Sommer. Es ist das mittlere der drei Täler, die nahe Sterzing abzweigen. Mit dem Jaufental und dem Ridnauntal findest du hier westlich von Sterzing eine wunderschöne Bergwelt mit den Gebirgszügen der Stubaier und der Sarntaler Alpen.


Ideal für diesen Ausflug:
 


Das Ratschingstal im Herbst
Das Ratschingstal im Herbst

Wandern Ratschingstal

Im Sommer kannst du im Ratschingstal wunderbar wandern. Die Gilfenklamm ist wahrscheinlich die meistbegangene Wanderung des Tals. Neben der sehr beliebten Gilfenklamm gibt es zahlreiche schöne Wanderrouten, die dich in die ruhige Bergwelt der Stubaier Alpen führen. Du kannst hinauf zu idyllischen Almen, spektakulären Berggipfeln oder entspannt durch das Tal wandern. Wir waren besonders vom Talschluss begeistert. Hier sind einige richtig große Wasserfälle und die Almlandschaft ist hier sehr besonders. Wenn du im Ratschingstal wandern willst, empfehlen wir dir diese Touren:

Gilfenklamm

Die Gilfenklamm im Ratschingstal
Die Gilfenklamm im Ratschingstal

Die Gilfenklamm ist sicher eine der beliebtesten und bekanntesten Wanderungen im Ratschingstal. Du kannst die Klamm in beide Richtungen wandern, entweder von Stange im Tal aus oder von Jaufensteg/Pardaun, dann wanderst du die Klamm abwärts. Die Gilfenklamm ist so besonders, da sie überwiegend aus Marmorgestein besteht. An frischen Abbrüchen kann man das gut sehen. Ein schöner und spektakulärer Klammweg führt dich durch die enge Schlucht. Hier erlebst du hautnah das wilde Wasser der Gilfenklamm mit Wasserfällen, Gumpen, Stegen und Brücken.

  • Strecke: 1,8 km einfacher Weg
  • Höhenmeter: 170 hm
  • Schwierigkeit: mittel
  • Dauer: ca. 45 Minuten eine Richtung
  • Ausgangspunkt: Parkplätze/Bushaltestelle Stange oder Parkplatz/Bushaltestelle Jaufensteg
  • Eintritt: am Kassenhäuschen am Taleingang bei Stange

Ratschinger Talweg

Gemütlich und landschaftlich trotzdem schön ist der Ratschinger Talweg. Theoretisch kannst du den Weg auch schon in Stange beginnen. Dann ist der gesamte Weg allerdings sehr lang. Und persönlich finde ich den hinteren Teil – ab Bichl – auch schöner. Ausgangspunkt ist Bichl, hier kannst du gut bei den Skiliften parken. Der Weg führt dich durch den Ort Bichl und später über Wiesen und Felder weiter. Hinter Innerhäusern wanderst du dann am Ratschinger Bach entlang bis Flading, dem Talende.

  • Strecke: 4,5 km Bichl – Flading
  • Höhenmeter: ca. 200 hm
  • Schwierigkeit: leicht
  • Dauer: ca. 1,5 Stunden eine Richtung
  • Ausgangspunkt: Parkplatz/Bushaltestelle Bichl

Ratschingstal Geheimtipp – Pfeifer Huisile Schlucht

Die Aussichtsplattform in der  Pfeifer Huisile Schlucht im Ratschingstal
Die Aussichtsplattform in der Pfeifer Huisile Schlucht im Ratschingstal

Wenn du noch ein bisschen Motivation hast, kannst du am Talende noch etwa 20 Minuten zur Pfeifer Huisile Schlucht wandern. Dort gibt es eine tolle Aussichtsplattform hoch über einer kleinen Klamm mit tosenden Wasserfällen. Du kannst die Schlucht aber auch separat erkunden, indem du bis Flading fährst und von dort hoch wanderst und dann auf dem Ratschinger Almenweg weiterwanderst oder bis zur Klammalm unterwegs bist.

Der Pfeifer Huisile – Hexenmeister und Schalk aus dem Ratschingstal
Dem Pfeifer Huisile wirst du schon vorab begegnen. Dem berühmten Hexer aus dem Ratschinger Tal ist ein Themenweg gewidmet, der entlang des Talwegs verläuft. Vom Ausgang der Gilfenklamm bis zur Klammalm findest du mehrere Geschichten und Sagen zum Pfeifer Huisile. Der Pfeifer Huisile, der um 1620 im kleinen Weiler Flading im Ratschingstal geboren wurde, ist eine der bekanntesten Gestalten der Tiroler Sagenwelt. Seine Eltern waren arme Bauersleute, und Not und Entbehrung prägten seine Kindheit. Schon früh galt er als ungehorsam, arbeitsscheu, aber listig und witzig – einer, der sich lieber mit Späßen und Musik beschäftigte, als hart auf dem Feld zu schuften. Der Legende nach war Huisile mit seinem einfachen Leben unzufrieden. Um Reichtum und Macht zu erlangen, schloss er einen Pakt mit dem Teufel. Von da an, so erzählt man, habe er übernatürliche Kräfte besessen: Er konnte das Wetter beeinflussen, Tiere und Menschen beherrschen und wusste stets, was im Tal geschah. Manche nannten ihn deshalb den „Hexenmeister von Ratschings“, andere sahen in ihm einen gewitzten Spaßvogel, der mit seinen Streichen sogar den Teufel zum Narren hielt.

Ratschinger Almenweg

7 Almen, prächtige Ausblicke und traumhafte Landschaften warten an diesem Wanderweg auf dich. Mit etwa 16 Kilometern ist der Ratschinger Almenweg zwar lang, aber technisch einfach zu wandern. Du kannst entweder an der Jaufenpassstraße starten (Parkplatz/Bushaltestelle Kalcheralm) oder aber in Flading. Ab Flading bist du in unberührter Natur unterwegs. Hier wanderst du durch die Pfeifer Huisele Schlucht zur Klammalm, weiter zur Inneren Wumblsalm und dann zur Äußeren Wumblsalm. Später gelangst du dann in die Region des Skigebiets, rund um die Almen und Hütten: Saxner Hütte, Wasserfaller Alm, Rinneralm und Kalcheralm.

  • Strecke: ca. 16 km: Flading – Peifer Huisile Schlucht – Klammalm – Innere Wumblsalm – Äußere Wumblsalm – Saxnter Hütte – Wasserfaller Alm – Rinneralm – Kalcheralm
  • Höhenmeter: ca. 740 hm bergauf und 410 hm bergab im Streckenverlauf
  • Schwierigkeit: mittel
  • Dauer: ca. 4 – 5 Stunden
  • Ausgangspunkt: Parkplatz Flading oder Parkplatz/Bushaltestelle Kalcheralm an der Jaufenpassstraße

Klammalm-Runde

Eine kleine schöne Tour führt dich zu einigen Höhepunkten in der Ratschinger Bergwelt. Die Klammalm-Runde vereint die Pfeifer Huisele Schlucht mit der wunderschönen Hochalm unterhalb des Hochecks und der idyllisch gelegenen Klammalm. Mit rund 400 Höhenmetern ist diese Runde ideal für Familien oder Genusswanderer. Wir waren im Spätherbst hier, wo sich die Feuchtwiesen mit den herbstlichen Gräsern und die Lärchen wunderbar gefärbt hatten.

  • Strecke: 5,3 km: Flading – Peifer Huisile Schlucht – Klammalm – Weg Nr.12 – Flading
  • Höhenmeter: 450 hm
  • Schwierigkeit: mittel
  • Dauer: ca. 2,5 Stunden
  • Ausgangspunkt: Parkplatz Flading

Kleine Kreuzspitze

Eine Erweiterung der Klammalm-Runde ist die Kleine Kreuzspitze. Sie ist für leicht geübte Wanderermit etwas Kondition ebenfalls gut erreichbar und bietet dir einen schönen Blick über die Berggipfel im hinteren Ratschingstal.

  • Strecke: 11 km: Flading – Peifer Huisile Schlucht – Klammalm – Kleine Kreuzspitze- Klammalm – Weg Nr.12 – Flading
  • Höhenmeter: 1.030 hm
  • Schwierigkeit: mittel
  • Dauer: ca. 4,5 – 5,5 Stunden
  • Ausgangspunkt: Parkplatz Flading

Glaitner Hochjoch

Zwischen dem Ratschingstal und dem Passeiertal liegt das Glaitner Hochjoch. Mit 2.389 Metern Höhe bietet es dir perfekte Aussichten. Ausgangspunkt ist ein kleiner Parkplatz auf der Straße zwischen Bichl und Flading. Geht es am Anfang noch durch den dichten Wald, hast du in der oberen Hälfte der Wanderung freie Sicht auf die umliegende Bergwelt und wanderst über Almen bis in die felsigere Gipfelregion hinauf.

  • Strecke: 4,6 km vom Parkplatz bis zum Gipfel
  • Höhenmeter: 880 hm
  • Schwierigkeit: mittel
  • Dauer: ca. 2-3 Stunden
  • Ausgangspunkt: Parkplatz an der Straße zwischen Bichl und Flading

Ratschinger Weißen

Der höchste Berg im Ratschingstal ist der Ratschinger Weißen mit 2.822 Metern. Trotz seiner Höhe ist er auf einem normalen Wanderweg erreichbar und für geübte Bergwanderer mit Trittsicherheit und Kondition gut zu erreichen. Startpunkt ist wieder der Parkplatz Flading. Über die Peifer Huisile Schlucht geht es bergwärts Richtung Klammalm. Auf der Hochenebe hält man sich jedoch links und wandert an den Wasserfällen bergauf, bevor es über den Kammweg schließlich zum Gipfel geht.

  • Strecke: 6,4 km vom Parkplatz bis zum Gipfel
  • Höhenmeter: 1.324 hm
  • Schwierigkeit: mittel bis schwer
  • Dauer: ca. 3-4 Stunden
  • Ausgangspunkt: Parkplatz Flading

Skigebiet Ratschings-Jaufen

Im Winter ist das Skigebiet Ratschings-Jaufen der Anlaufpunkt im Tal. Vom Ort Bichl starten die Skilifte in die Höhe. Mit der 8er-Kabinenbahn bist du in wenigen Minuten auf gut 1.800 Meter und kommst von dort mit den weiteren Liftanlagen noch weiter in die Berge hinauf. Insgesamt warten 28 Pistenkilometer, 8 Lifte und viele verschiedene Abfahrten auf dich. Hier geht es auf überwiegend roten und blauen Pisten abwärts. Für anspruchsvollere Momente sorgt eine schwarze Piste. Und für die jüngeren Skifahrer gibt es eine Fun Slope und einen Fun Park. Daneben gibt es im Skigebiet Winterwanderwege und auch eine Rodelbahn mit 4 Kilometern Länge. Langlaufloipen findest du sowohl im Tal – die Talloipe Bichl bis nach Flading (2,5 km/leicht) – oder bei der Bergstation der Kabinenbahn – die Höhenloipe Platschjoch (10,5 km/leicht).

Persönliches Fazit zum Ratschingstal

Sehenswert im Ratschingstal ist die spektakuläre Gilfenklamm. Trotz der vielen Besucher lohnt sich die Klamm in meinen Augen auf jeden Fall, und sie gehört sicher mit zu den schönsten Klammen im Alpenraum. Die eng beieinander stehenden Felsen und das Wasser, das sich dort seinen Weg hindurch bahnt, sind auf dem Klammweg ziemlich beeindruckend erlebbar. Ähnlich wie die Tiefenbachklamm, die Kaiserklamm oder die Wolfsklamm in Tirol. Sehr gut gefallen hat mir persönlich auch der Talschluss. Hier ist das enge Tal umgeben von unberührter Almlandschaft und hohen Bergen. Die Pfeifer Huisele Schlucht ist noch ein echter Geheimtipp. Von der Aussichtsplattform hat man einen außergewöhnlichen Blick auf die tosenden Wasserfälle der Schlucht. Und auch die Hochebene bei der Klammalm hat es mir angetan. Die ruhige Berglandschaft mit den umliegenden hohen Gipfeln ist wie aus dem Bilderbuch.

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