Der Jaufenpass in Südtirol
Der Jaufenpass verbindet das Passeiertal im Süden mit Sterzing im Norden und bildet damit eine der wichtigsten Nord-Süd-Achsen in Südtirol. Die Passstraße führt bis auf eine Höhe von 2.094 Metern über dem Meeresspiegel hinauf. Der Pass hat eine große Bedeutung, da er die östlichen Sarntaler Alpen von den Stubaier Alpen trennt. Es ist ein historischer Handelsweg. Es war der kürzeste Weg, um Waren von Meran nach Sterzing zu transportieren.
Vom Saumpfad zur Staatsstraße
Schon im Mittelalter stellte der Jaufenpass eine wichtig Verbindung für den Warentransport dar. Die berühmten Passeirer Säumer transportierten mit ihren Pferden und Kraxen Waren – von Wein bis zu Salz – über den Pass und genossen dafür besondere Privilegien der Landesfürsten. Mit dem Ausbau anderer wichtiger Verkehrswege, wie dem Kuntersweg durch die Eisackschlucht ab dem 14. Jahrhundert, verlor der Jaufenweg an Bedeutung. Er verfiel zunehmend und war zeitweise kaum mehr als ein mühevoll zu begehender Pfad. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts erlebte der Jaufenpass seine verkehrstechnische Wiedergeburt: Die heutige, asphaltierte Jaufenstraße (SS 44) wurde zwischen 1909 und 1912 unter österreichisch-ungarischer Herrschaft zur Erschließung der Region fertiggestellt. Sie wandelte den alten Saumpfad in eine moderne Bergstraße um und legte den Grundstein für die touristische und verkehrstechnische Nutzung, wie wir sie heute kennen.
Die Straße über den Jaufenpass
Die Strada Statale 44 del Passo di Giovo ist insgesamt rund 60 Kilometer lang und ist ein typischer Alpenpass mit vielen Serpentinen. Die Nordrampe beginnt bei Sterzing auf rund 948 m und überwindet bis zur Passhöhe auf 2.094 m einen Höhenunterschied von ca. 1.146 Metern. Sie gilt als die sanftere, aber kurvenreichere Seite mit weniger Kehren als die Südrampe. Die Steigung ist stetig und liegt durchschnittlich bei 7,6 %. Diese Seite ist besser ausgebaut, was sie für den Autoverkehr angenehmer macht.
Im Gegensatz dazu ist die Südrampe. Sie beginnt auf 688 Metern Seehöhe in St. Leonhard, dem Hauptort des Passeiertals. Steiler führt der Jaufenpass auf 20 engen Kehren in die Höhe. Der hier zu bewältigende Höhenunterschied ist mit 1.406 Metern deutlich höher als auf der Nordseite. Mit Steigungen von bis zu 12 % ist dieser Abschnitt vor allem bei Motorradbegeisterten sehr beliebt. Rennradfahrer kommen hier oft an ihre Grenzen. Die Passhöhe ist ein Aussichtspunkt, der den Blick auf die Jaufenspitze 2.481 m freigibt.
Jaufenpass Maut
Der Jaufenpass ist im Gegensatz zu vielen anderen spektakulären Alpenpässen mautfrei. Da es eine staatliche Straße ist, kostet die Überquerung des Jaufenpasses zwischen St. Leonhard in Passeier und Sterzing keine Mautgebühr für PKWs, Motorräder oder Wohnmobile. Die Fahrt über den Pass bietet eine kostenlose Möglichkeit, um vom Passeiertal ins Wipptal zu gelangen.
Mit dem Wohnmobil über den Jaufenpass
Die Fahrt über den Jaufenpass mit einem Wohnmobil ist grundsätzlich erlaubt, jedoch müssen wichtige Einschränkungen beachtet werden. Die Beschränkung auf dem Jaufenpass betrifft die Länge von Anhängern: Es gilt ein Fahrverbot für Fahrzeuge mit Anhänger, die länger als 4,50 Meter sind. Diese Regelung gilt für den gesamten Passabschnitt von St. Leonhard in Passeier bis Gasteig bei Sterzing.
Jaufenpass offen? So sind die Öffnungszeiten!
Der Jaufenpass ist im Gegensatz zu vielen anderen Alpenpässen grundsätzlich ganzjährig geöffnet. Allerdings gelten im Winter Einschränkungen, die du unbedingt beachten solltest: Der Jaufenpass ist in der kalten Jahreszeit mit einer Nachtsperre belegt. Winter Öffnungszeiten: Täglich von 08:00 Uhr bis 18:00 Uhr. Im Winter von 18:00 Uhr bis 08:00 Uhr für den gesamten Verkehr gesperrt.
| Jahreszeit | Zeitraum | Öffnungszeiten/Regelung | Wichtige Hinweise |
| Winter | November bis Ende April/Mitte Mai | Täglich von 08:00 bis 18:00 Uhr | Nachtsperre (18:00–08:00 Uhr) ist aktiv. Winterausrüstung (Winterreifen, Schneeketten) ist gesetzlich vorgeschrieben und wird dringend empfohlen. |
| Sommer | Ca. Mitte Mai bis Ende Oktober | Grundsätzlich 24 Stunden geöffnet (keine Nachtsperre) | Keine Nachtsperre sobald die Witterungsverhältnisse es zulassen. Es können aber spontane Sperrungen bei Schlechtwetter (Schnee, Eis) auftreten. |
Weiterführende Links
- im Ridnauntal geht es auf den Jaufenpass hinauf
- alle Infos über Sterzing Südtirol
- entdecke unbedingt die schöne Altstadt Sterzing


