Der Jaufenpass in Südtirol
Der Jaufenpass ist die direkte Verbindung von Sterzing nach Meran. Die gut ausgebaute Passstraße startet bei Sterzing im Jaufental. Sie führt bis auf eine Höhe von 2.094 Metern über dem Meeresspiegel hinauf. Von der Passhöhe geht es hinunter ins Passeiertal. Der Jaufenpass bildet eine der wichtigsten Nord-Süd-Achsen in Südtirol. Er hat eine große Bedeutung, da man so von den Sarntaler Alpen in die Stubaier Alpen kommt. Es ist ein historischer Handelsweg – früher war es der kürzeste Weg, um Waren von Meran nach Sterzing zu transportieren.
GUT ZU WISSEN
Der Jaufenpass ist nicht nur eine schöne Panoramastraße. Sie bringt dich auch weit hinauf in die Berge, um die Natur zu erleben. Im Winter ist hier oben ein kleines Skigebiet. Im Sommer kannst du herrliche Wanderungen starten. Die wohl beliebteste Wanderung startet nahe der Passhöhe und geht hinauf auf die Jaufenspitze.
DAS JAUFENTAL
Am Eingang ins Jaufental zweigt die berühmte Passtraße ab. So blieb das Tal an sich vom Verkehr verschont. Es ist eines der usrprünglichsten Täler Südtirols geblieben. Wunderbar für alle, die gerne in der Natur unterwegs sind. Hier unsere Tipps für das Jaufental.
Vom Saumpfad zur Staatsstraße
Im Mittelalter stellte der Jaufenpass eine wichtig Verbindung für den Warentransport dar. Die berühmten Passeirer Säumer transportierten mit ihren Pferden und Kraxen Waren – von Wein bis zu Salz – über den Pass und genossen dafür besondere Privilegien der Landesfürsten. Mit dem Ausbau anderer wichtiger Verkehrswege, wie dem Kuntersweg durch die Eisackschlucht ab dem 14. Jahrhundert, verlor der Jaufenweg an Bedeutung. Er verfiel zunehmend und war zeitweise kaum mehr als ein mühevoll zu begehender Pfad.
Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts erlebte der Jaufenpass seine verkehrstechnische Wiedergeburt: Die heutige, asphaltierte Jaufenstraße (SS 44) wurde zwischen 1909 und 1912 unter österreichisch-ungarischer Herrschaft zur Erschließung der Region fertiggestellt. Sie wandelte den alten Saumpfad in eine moderne Bergstraße um und legte den Grundstein für die touristische und verkehrstechnische Nutzung, wie wir sie heute kennen. Eine Säule erinnert
Die Straße über den Jaufenpass




Die Strada Statale 44 del Passo di Giovo ist insgesamt rund 60 Kilometer lang und ist ein typischer Alpenpass mit vielen Serpentinen. Die Nordrampe beginnt bei Sterzing auf rund 948 m und überwindet bis zur Passhöhe auf 2.094 m einen Höhenunterschied von ca. 1.146 Metern. Sie gilt als die sanftere Seite mit weniger Kehren als die Südrampe. Die Steigung ist nie wirklich hoch und liegt durchschnittlich bei 7,6 %. Es sind 10 Serpentinen bis zur Passhöhe. Diese Seite ist besser ausgebaut, was sie für den Autoverkehr angenehm zu fahren macht. Auch viele Radfahrer nutzen diesen Aufstieg zum Jaufenpass.
Die Südrampe ist anspruchsvoller zu fahren. Sie beginnt auf 688 Metern Seehöhe in St. Leonhard, dem Hauptort des Passeiertals. Auf 20 engen Kehren führt der Jaufenpass von hier hinauf. Der Höhenunterschied aus dem Passeiertal ist mit 1.406 Metern rund 250 Höhenmeter größer als auf der Nordseite aus dem Jaufental. Mit Steigungen von bis zu 12 % müssen Radfahrer fit sein. Rennradfahrer kommen hier oft an ihre Grenzen. Wegen der vielen Serpentinen ist dieser Abschnitt vor allem bei Motorradfahrern sehr beliebt.
Egal von welcher Seite du den Jaufenpass hinauffährst. oben auf der Passhöhe lohnt sich ein kurzer Stopp. Die Passhöhe ist ein toller Aussichtspunkt. Du siehst bei schönem Wetter nicht nur die Sarntaler Alpen und Stubaier Alpen, sondern auch den Alpenhauptkamm mit den Tuxer Alpen, den Ötztaler Alpen und weitere Berggipfel. Direkt neben dem Pass hast du einen guten Blick auf die Jaufenspitze 2.481 m (ein toller Wandergipfel, den man ab der Passhöhe erreichen könnte).
Jaufenpass Maut

Der Jaufenpass ist im Gegensatz zu vielen anderen Alpenpässen mautfrei. Da es eine staatliche Straße ist, kostet die Fahrt über den Jaufenpass zwischen St. Leonhard in Passeier und Sterzing keine Mautgebühr für PKWs, Motorräder und Wohnmobile. Die Fahrt über den Pass bietet eine kostenlose Möglichkeit, um vom Passeiertal ins Wipptal zu gelangen – oder umgekehrt.
Mit dem Wohnmobil über den Jaufenpass
Die Fahrt über den Jaufenpass mit einem Wohnmobil ist grundsätzlich erlaubt, jedoch musst du einige Einschränkungen beachten. Es gibt keine Einschränkung was die Größe des Wohnmobils anbelangt. Dadurch dass die Steigung nicht sehr hoch ist, geht es über den Jaufenpass mit dem Wohnmobil relativ gut zu fahren. Aber es ist eine Passstraße mit Serpentinen. Das mußt du mögen! Außerdem solltest du darauf achten, wenn du mit einem Anhänger fährst: Es gilt ein Fahrverbot für Fahrzeuge mit Anhänger, die länger als 4,50 Meter sind. Diese Regelung gilt für den gesamten Passabschnitt von St. Leonhard in Passeier bis Gasteig bei Sterzing.
Jaufenpass offen? So sind die Öffnungszeiten!

Der Jaufenpass ist im Gegensatz zu vielen anderen Alpenpässen grundsätzlich ganzjährig geöffnet. Allerdings gelten im Winter Einschränkungen, die du unbedingt beachten solltest: Im Winter gilt auf dem Jaufenpass eine Nachtsperre. So sind die Winter Öffnungszeiten im Detail: Täglich von 08:00 Uhr bis 18:00 Uhr im Winter geöffnet. Täglich von 18:00 Uhr bis 08:00 Uhr im Winter für den gesamten Verkehr gesperrt.
| Jahreszeit | Zeitraum | Öffnungszeiten/Regelung | Wichtige Hinweise |
| Winter | November bis Ende April/Mitte Mai | Täglich von 08:00 bis 18:00 Uhr | Nachtsperre (18:00–08:00 Uhr) ist aktiv. Winterausrüstung (Winterreifen, Schneeketten) ist gesetzlich vorgeschrieben. |
| Sommer | Ca. Mitte Mai bis Ende Oktober | Grundsätzlich 24 Stunden geöffnet (keine Nachtsperre) | Keine Nachtsperre sobald die Witterungsverhältnisse es zulassen. Es können aber spontane Sperrungen bei Schlechtwetter (Schnee, Eis) auftreten. |

Jaufenpass Höhe
Wenn du vom Jaufental aus ganz nach oben willst, erreichst du die Passhöhe auf 2.094 m. Das ist der höchste Punkt am Jaufenpass. Von hier fährst du nach Norden hinunter ins Wipptal oder nach Süden hinunter ins Passeiertal. Der 2094 Meter hohe Jaufenpass ist einer der höchsten Straßenpässe in Südtirol. Er ist bei Radfahrern sowie Motorradfahrern legendär, da er sich in vielen Kehren durch die Berglandschaft der Sarntaler Alpen schlängelt. Von den obersten Kehren hast du einen tollen Ausblick, der bei gutem Wetter bis zu den Ötztaler Alpen reicht.
Weiterführende Links
- im Ridnauntal geht es auf den Jaufenpass hinauf
- dahinter liegt das Ratschingstal
- alle Infos über Sterzing Südtirol
- entdecke unbedingt die schöne Altstadt Sterzing
Häufige Fragen zum Jaufenpass
Der Name „Jaufen“ hat eine sehr alte, vorrömische Wurzel. Sprachforscher leiten ihn vom Wortstamm „juf“ oder „jovo“ ab, was in den alten Sprachen der Alpenregion schlichtweg „Pass“ oder „Bergsattel“ bedeutet. Der Jaufenpass ist etymologisch gesehen eigentlich der „Pass-Pass“.



